Herbst

Ich durchstreiche die herbstliche Landschaft und rieche den Zerfall der Natur, das Grün verblasst zu gelb. Die Bäume verabschieden sich von ihren Blättern. Wo der Mensch sie lässt, zerteilt kleines Getier die Reste des Lebens, Futter für die Saat des nächsten Jahres. Sehe ich einen Laubberg, so springe ich hinein und lasse mich rückwärts fallen. Das ist wie in Erinnerungen baden. Der alte Frühling kommt zurück in meinem Kopf. Ich denke an meine Spätsommerliebe. Melancholisch stehe ich auf, bin berauscht von meiner Umwelt und meiner Vergangenheit. Das Jahr endet. Ich suche noch einmal mir wichtige Ort auf. In dieser herbstlichen Dämmerung sind sie ganz anders. Sie verblassen, wie im Nebel. Alles, an das ich nicht mehr denken mag, streiche ich durch: unfertiges, unüberwindbares, verlorenes. So gehe ich ohne Last durch den ersten Schnee Ende November in Richtung Neubeginn.

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Eingeordnet unter Jahreszeitensuppe, Sterneköche

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