Mein neues altes Leben mit Demenz ♥ Demenz

Hey Hallo Leute! Dies ist ein Brief an Alle, die mit Demenz leben oder Angst davor haben. Ich habe auch Demenz, und ich habe lange gebraucht, um mit dieser komischen Krankheit klarzukommen. Es ist bei Demenz ja so, dass man immer mehr vergisst. Aber für mich hat Demenz auch etwas Positives. Zum Beispiel kann ich schlechte Erlebnisse einfach löschen. Toll! Und durch die Demenz habe ich zu meiner alten Liebe zurück gefunden. Und ich habe neue Freunde gefunden, die auch Demenz haben, und mit denen ich Musik mache. Um Euch Menschen mit Demenz Mut zu machen, erzähle ich Euch nun meine Geschichte.

Mein Name ist Alex und ich bin 60 Jahre alt. Es ist jetzt fünf Jahre her, dass der Neurologe bei mir die Diagnose Demenz festgestellt hat. Zuerst kam ich mit dieser beschissenen Situation überhaupt nicht klar. Aber wie gesagt, die Krankheit begann bei mir langsam und schleichend.

 

  1. Kapitel

Fünf Jahre zuvor. Mein Leben ohne Demenz

Vor der Demenz hatte ich ein ziemlich interessantes, spannendes, aber auch sehr bewegtes Leben. Ich arbeitete als Regisseur, und ich liebte drei Frauen und hatte auch eine Beziehung mit den dreien gleichzeitig. Mit Miriam war ich verheiratet, Leila war meine Verehrerin und Esmeralda war meine Geliebte. Ich war eigentlich mit Miriam wirklich glücklich verheiratet und ich habe sie auch sehr geliebt. Sie war für mich die starke selbstbewusste Frau, die immer für mich da war und wusste, was sie wollte. Sie gab mir Geborgenheit und Liebe. Wir haben auch zwei Söhne. Sie sind aber schon lange erwachsen. Und dann gerieten Miriam und ich in eine Ehekrise. Der eintönige Alltag traf mich irgendwann, und ich fand die Ehe plötzlich langweilig. Miriam ist von Beruf Lehrerin und sie unterrichtet in der Schule Kinder in der 2. und 3. Klasse. Unsere Kinder waren von Zuhause ausgezogen, und ich wurde älter … Und eines Tages konnte ich das Lehrerinnengeschwafel von Miriam nicht mehr hören. Sie fing an mit mir zu reden wie die Kinder in der Schule. Meistens wollte Miriam immer nur recht und das letzte Wort haben. Aus unserer Ehe war total die Luft raus. Ich wollte mehr. Immer öfter sehnte ich mich nach einem Sex-Abenteuer. Zuerst versuchte ich meine Sehnsucht mit Prostituierten auf der Reeperbahn mein sexuelles Verlangen zu stillen. Doch danach fühlte ich mich innerlich nur noch leerer. Schließlich lernte ich die süße Leila im Schnellrestaurant kennen, wo sie auf Rollschuhen arbeitete. Ich fand das so süß, wie sie wie ein kleiner Wirbelwind von einem Tisch zum anderem auf Rollschuhen die Bestellung aufnahm. Dann verliebte ich mich in sie und sie sich in mich, und wir hatten ein tolles Verhältnis. Doch eines Tages lernte ich Esmeralda Rossini kennen. Esmeralda ist eine Roma und arbeitete zu dem Zeitpunkt auf dem Hamburger Dom als Tänzerin in einer Show und als Wahrsagerin. Ich hatte mal wieder Streit mit Miriam, und um mich abzulenken ging ich auf dem Dom. Dann sah ich diesen kleinen Wagen mit einer großen Werbung: „Erfahren Sie Ihre persönliche Zukunft mit Esmeralda. Ich lese Ihnen aus der Hand. Kommen Sie und erfahren Sie mehr. Nur 10,- Euro.“ Eigentlich glaubte ich nicht an solch einen Hokuspokus. Aber an diesem Tag war mir alles egal und ich dachte: Warum eigentlich nicht! Mal sehen, was meine Zukunft mir noch so bringt. Ich wurde neugierig. Als ich den Wagen betrat, saß da eine wunderschöne Frau mit langen schwarzen Haaren und smaragdgrünen Augen, und sie trug ein schönes blaugrünes Kleid. Sie schien erst Anfang 30 zu sein. Was sie mir sagte, ergab für mich damals noch überhaupt keinen Sinn. Sie sagte, ich würde drei Frauen gleichzeitig lieben, weil ich mich nicht entscheiden kann. Und deswegen bin ich angeblich eine ganze Weile mit mir im Unreinen. Und dann sagte sie noch, dass ich erst durch eine Krankheit in der Lage wäre die richtige Entscheidung in der Liebe zu treffen. Das war für mich eine harte Aussage. Aber trotzdem war ich von dieser Frau fasziniert, auch weil sie so ehrlich auf mich wirkte. Schließlich kam ich mit ihr ins Gespräch. Ich hatte noch eine Menge Fragen zu dem, was sie mir aus der Hand gelesen hatte. Wir tauschten sogar Handynummern aus. Während der Dom in Hamburg war, traf ich mich noch häufiger mit Esmeralda. Damit Miriam nichts davon mitbekam, brachte ich ihr nun oft einen schönen Blumenstrauss mit. So beruhigte ich mein schlechtes Gewissen. Aber ich traf mich nebenbei auch noch mit Leila, meistens Dienstags, wenn sie Feierabend hatte. Mit Esmeralda traf ich mich am Mittwoch und mit Miriam am Samstag und Sonntag. Manchmal gingen wir auch in ein Klassik-Konzert zur Elbphil-harmonie. Eine ganze Weile klappte das ziemlich gut und ich konnte meine drei Beziehungen gut auseinanderhalten. Wenn Miriam Verdacht schöpfte, sagte ich ihr einfach, dass ich länger arbeiten muss. Ich arbeitete als Regesseur und unterrichtete an einer Schauspielschule. Wenn ich mich mal nicht mit den Frauen traf, dann machte ich mit meinen besten Kumpels Detlef und Paul Männerabend. Jeden Freitag trafen wir uns dann bei Detlef und spielten Computerspiele. Wir nannten das zocken. Als ich Esmeralda besser kennengelernt hatte, wollte ich mich mit ihr immer öfter treffen. Ich fühlte mich so wohl bei Esmeralda. Sie konnte mir das geben, wonach ich mich so sehr sehnte. Wenn der Dom mal wieder in Hamburg war und wir uns trafen, hatten wir wunderschönen leidenschaftlichen Sex. Aber Esmeralda wollte sich nicht binden. Wir hatten sogar mal einen richtig heftigen Streit; aber Esmeralda blieb bei ihrer Meinung, dass es reichen musste, wenn wir uns sehen, wenn der Dom gerade in Hamburg war. Ich litt sehr darunter, denn ohne Esmeralda fühlte ich mich leer.

Dann brach eines Tages die Demenz bei mir aus; zuerst nur wenig. Inzwischen hatte ich viele Termine in der Woche, die ich immer irgendwie versuchte einzuhalten. Ziemlich oft brauchte ich schon morgens eine ganze Kanne voll mit Kaffee und Red Bull, um alles bewältigen zu können.

 

  1. Kapitel

Fünf Jahre später. Mein Leben mit Demenz

Die Demenz fing bei mir damit an, dass ich eines Tages vergaß, die Textbücher für meine Schauspieler mitzubringen. Diesen Tag musste ich den Schauspielern dann frei geben. An einem anderem Tag kam ich mit Badelatschen und Bademantel zur Arbeit. Oh Gott, war mir das peinlich. Aber zum Glück konnte ich mich rausreden. Ich sagte, dass sei meine neue Kostüm-Idee fürs Theater. Zuhause suchte ich ganz verzweifelt mein Handy. Dann machte Miriam die Kühlschranktür auf und rief: „Sag mal Alex, was hat denn dein Handy im Kühlschrank zu suchen? Und was macht das Nutella im Bücherbord?“ Miriam sah mich merkwürdig an und meinte: „Irgendetwas stimmt nicht mit dir. Wird dir die Arbeit in letzter Zeit zu viel? Ich glaub, du brauchst mal Urlaub!“ Aber das war noch nicht das Schlimmste, was ich an den seltsamen Dingen, also mit meiner Demenz erlebte. Mit Mayonese begann ich mir die Zähne zu putzen. Und zum Abendbrot bereitete ich Nudelsalat mit Zahnpasta.

Aber das Schlimmste war, dass ich auch noch die Treffen mit meinen Geliebten durcheinander brachte. Als der Dom mal wieder in Hamburg gastierte, es war gerade Sommerdom, hatte ich mich eigentlich schon mit Esmeralda für Mittwoch, den 29. August verabredet. Wir wollten uns um 14.00 Uhr vor dem Riesenrad treffen. Aber am selben Tag hatte ich mich auch mit Miriam verabredet. Mit ihr wollte ich mich um 14.30 Uhr im Gymnasium in der Schanze treffen. Sie wollte mit mir ins Schultheater an der Schule, an der sie als Lehrerin unterrichtete. Dort hatte sie auch die Theaterproduktion für ein Kinderstück mitgestaltet und wollte nun unbedingt, dass ich zuschaue. Zugegeben, es war eine schöne Idee von Miriam, und ich hatte es ihr auch fest versprochen. Außerdem war an diesem Tag unser Hochzeitstag. Aber leider brachte ich an diesem Tag alles total durcheinander. Ich freute mich so auf das Treffen mit Esmeralda. Wir hatten uns schon lange nicht mehr gesehen. Dabei vergaß ich den Termin mit Miriam. Beschwingt und gut gelaunt schwang ich mich auf mein Fahrrad und radelte zum Dom. Aber auf dem Dom erlebte ich eine böse Überraschung. Esmeralda kam nicht zu unserem Treffpunkt am Riesenrad. Eine Viertelstunde wartete ich dort auf sie. Das wunderte mich sehr. Esmeralda verspätete sich sonst nie. Vielleicht ist ihr was passiert, dachte ich und machte mir große Sorgen um sie. Schließlich radelte ich zu ihrem Wohnwagen, wo wir uns auch schon oft getroffen hatten. Der Wohnwagen, in dem sie auch das Handlesen und Kartenlegen machte. Aber als ich beim Wohnwagen ankam und vor der Wohnwagentür stand, hörte ich ein Stöhnen. Erst klopfte ich, und als keiner antwortete, öffnete ich die Tür. Da sah ich, wie Esmeralda es mit einem einem anderen Mann trieb. Ich war total geschockt. Esmeralda war genauso erschrocken. Schließlich brüllte ich vor Wut und Enttäuschung: „Warum tust du mir das an, Esmeralda? Ich dachte, du liebst mich.“ Esmeralda antwortete kleinlaut: „Oh man, verdammte Scheisse, ich hatte unser Date vergessen. Bitte verzeih mir. Es sieht hier nicht so aus wie du denkst. Ich brauchte gerade nur ganz dringend ein bisschen Sex und …“ – „Du olle Hure“, schrie ich. „Mit wie vielen Männern treibst du es noch?“ Nun schrie dieser blöde Typ mich an: „Jetzt mach mal halblang, Alter. Ihr seid doch nicht verheiratet.“ – „Nein, du Arschloch. Aber wegen ihr setze ich meine Ehe aufs Spiel.“ In dem Moment klingelte mein Handy. Auf dem Display stand M i r i a m. Mist ausgerechnet jetzt, dachte ich. Ich konnte in dem Moment das Gespräch wirklich nicht entgegennehmen. „Das war bestimmt deine Ehefrau!“, sagte der Typ und lachte hämisch. Ich war so wütend, dass ich ihm eine knallte. Dann gerieten wir wegen Esmeralda in eine Schlägerei. „Hört auf ihr Beiden. Ihr sollt euch wegen mir doch nicht schlagen“, rief Esmeralda. Schließlich blieb ihr nichts anderes übrig, als die Polizei zu rufen. Die Polizei kam und nahm uns beide fest. Ich verbrachte eine ganze Weile auf der Polizeiwache. Schließlich rief mich Miriam noch mal auf meinem Handy an. Diesmal nahm ich das Gespräch entgegen. „Hallo Mirimäuschen. Was gibt’s denn?“ – „Sag mal Alex. Wo bleibst du? Wo treibst du dich rum? Das Theaterstück fängt gleich an! Du hattest mir doch versprochen zu kommen.“ – „Ach ja, stimmt ja. Oh man, tschuldigung, Miri. Mir ist was dazwischen gekommen. Ich bin in eine Schlägerei geraten und nun sitze ich hier auf der Polizeiwache fest.“ – „Oh man, Alex. Du bist so ein Arschloch. Eine blödere Ausrede ist dir wohl nicht eingefallen. Ausgerechnet am unserm Hochzeitstag. Sag doch gleich, dass du eine Andere hast, das ahne ich eh schon die ganze Zeit.“ – „Miri, lass mich dir das doch erklär…“ – „Du brauchst mir gar nichts zu erklären, du Mistkerl. Ich lass mich scheiden.“ Ich hörte sie am Telefon schluchzen. „Oh nein, Miri, ich liebe dich doch.“ Aber da hatte sie schon aufgelegt. Als die Polizisten mich endlich gehen ließen und ich mit dem Fahrrad wieder nach Hause fuhr, hoffte ich dort Miriam anzutreffen. Ich wollte mich mit ihr aussprechen. Aber sie war weg. Im Schlafzimmer fand ich einen halbleeren Kleiderschrank vor und auf dem Bett verstreut Klamotten. In der Küche lag ein Zettel:

„Hallo Alex! Ich bin vorrübergehend zu meiner Schwester gezogen. Bitte such mich nicht! Ich brauche Abstand. In unserer Ehe war schon lange die Luft raus. Auf jeden Fall brauche ich jetzt viel Zeit für mich, zum Nachzudenken. Deine Miriam“

Als ich den Abschiedsbrief gelesen hatte, brach für mich eine Welt zusammen. Ich war nicht mehr derselbe. In Leilas Schnellrestaurant hoffte ich Trost zu finden. Mit Leila konnte ich über meinen Kummer reden. Ich brauchte in diesem Moment eigentlich nur jemanden zum Reden. Aber Leila wollte mehr. Sie wollte unbedingt meine Geliebte sein. Aber ich war noch nicht so weit, und ich machte Leila klar, dass ich noch Zeit brauchte. Nach einer Weile akzeptierte Leila und wurde meine beste Kumpelfreundin. Sie durfte sogar bei den Männerabenden dabei sein.

Aber seit Miriam ausgezogen war und ich Esmeralda mit einem anderen Mann erwischt hatte, fühlte ich mich häufig sehr einsam und alleine und ich bekam ein dünnes Nervenkostüm. Ich wurde auch auf der Arbeit immer reizbarer und vergaß immer öfter die Textbücher. Mit den Schauspielern wurde ich strenger. Nach der Arbeit ging ich immer öfter in die Kneipe und begann mir den Frust von der Seele zu saufen. Morgens kam ich dann total verkatert zur Arbeit. Halb besoffen leierte ich die Texte herunter, und wenn die Schauspieler etwas nicht verstanden, wurde ich ungeduldig und brüllte sie an.

An einem anderen Tag, bin ich statt zur Arbeit zum Hamburger Dom gefahren. Ich hatte mich irgendwie verfahren. Weil ich mich so verändert hatte und so reizbar und streng geworden bin, hatten die Schauspieler keine Lust mehr auf meine Schauspielschule. Mein Chef fragte mich, was mit mir los sei, und sagte, dass ich mal zum Arzt gehen sollte, wenn ich mich so sehr oft müde und abgespannt fühle. Viele meiner Schauspieler suchten sich andere Schauspiellehrer. Auf den Rat meines Chefs hin ging ich also zum Arzt und ließ mich checken. Schließlich überwies er mich zum Neurologen, und der stellte bei mir den Beginn der Demenz fest. Das war eine bittere Diagnose für mich. Mein Leben würde sich grundlegend verändern. Ich konnte durch die Krankheit meinen Job schon nicht mehr ausführen und wurde in Frührente geschickt. Mit meinem Rentnerleben wusste ich aber nichts anzufangen. Meinen Kumpels verschwieg ich, dass ich Demenz habe und meine Arbeit nicht mehr ausführen konnte. Auch Leila erzählte ich nichts davon. Ich schämte mich einfach zu sehr. Vor meinen Kumpels und vor Leila tat ich so, als sei alles wie immer. Aber mein Leben wurde eintönig und leer. Immer öfter soff ich. Eines Tages ging ich mal wieder zum Dom, als dieser in Hamburg gastierte. Ich hoffte Esmeralda zu finden. Leider vergaß ich, in welchem Wohnwagen sie wohnte. Ich hoffte, sie beim Riesenrad zu treffen. Um meinen Schmerz zu betäuben, fuhr ich betrunken auf dem Dom Karussell. Danach war mir so schlecht, dass ich mich übergeben musste und irgendwo in der Ecke liegenblieb. Ich wollte nicht mehr leben. So fand mich schließlich Esmeralda, als sie zu ihrem Feierabend mit dem Riesenrad fahren wollte. Als sie mich so fand, weinte sie und sagte, dass es ihr sehr leid tue. Als sie sich über mich beugte, sagte ich leise: „Esmeralda, endlich habe ich dich gefunden. Ich brauche dich und ich liebe dich.“ – „Ist schon gut. Ich liebe dich auch, Alex“, sagte sie weinend und küsste mich. Sie rief den Krankenwagen und ich wurde ins Krankenhaus gebracht. Ich bekam gerade noch mit, dass Esmeralda fragte, was denn nun mit ihm passieren würde. Schließlich erfuhren auch meine Kumpels und Leila, dass ich im Krankenhaus war. Sie hatten sich schon Sorgen gemacht. Dann kam ich in ein Heim für Demenzkranke. Das gefiel mir überhaupt nicht. In dem Heim war es langweilig und öde. Der einzige Lichtblick war, dass mich meine Kumpels, Leila und Esmeralda oft besuchten. Sie versuchten mich aufzumuntern und zum Lachen zu bringen. Aber ansonsten saß ich da und dämmert vor mich hin. Auch meine Kumpels, Esmeralda und Leila fanden, dass das Heim für Demenzkranke ein wenig mehr bieten könnte. Und als ich meine Trunksucht besiegt hatte, war ich auch wieder einigermaßen gutgelaunt. Schließlich überlegten meine Kumpels und Freundinnen, wie sie das Leben im Heim für Demenzkranke abwechslungsreicher und schöner gestalten könnten und hatten eine tolle Idee. Meine Kumpels waren nämlich Musiker, und also gründeten sie eine Band für Demenz-Patienten und nannten sie „Skandal im Demenzbezirk“. Auch das Pflegepersonal war begeistert von dieser Idee. Sie meinten, dass endlich mal Leben in den Alltag kommen würde. Die Musik gab uns Dementen wieder Mut und Freude am Leben. Ich und meine neuen Freunde mit Demenz gaben sogar öffentliche Konzerte, um zu zeigen, dass ein Leben mit Demenz lebenswert ist. Durch unsere Spenden wurde das Heim für Demenz-Patienten umgebaut und das Programm im Heim immer bunter und bunter gestaltet. Sogar Esmeralda kam ab und zu mal ins Heim und machte dort schöne Bauchtanz-Abende. Außerdem las sie den Demenzkranken aus der Hand, dass sie Spaß mit Konfetti haben würden, gestern Erdbeerkuchen und sowieso eine ziemlich prima Vergangenheit hatten. Mein Leben mit Demenz wurde fröhlich. Im Heim fand ich auch neue Freunde, an den Freitagen zocke ich immer noch mit meinen Kumpels an der Wii-Spielkonsole oder ich mache Musik in unserer Band. Meine geliebte Esmeralda sehe ich nun auch häufig und manchmal haben wir Sex. Auch Leila besucht mich oft und bringt mich zum Lachen. Ich habe zwar Demenz, aber ich finde mein Leben okay wie es ist.

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