Professor Unrat

Professor Unrat war ein fleißiger Professor, der an der Uni Dresden Vorlesungen gab. Er war ein freundlicher Mann und ging auf die 70 zu. Er war ein wenig zerstreut, und er dachte manchmal laut. Er konnte auch schimpfen, wenn die Kinder ihn auslachten, weil er für sie ein seltsamer alter Mann war. Er hatte eine kleine oder auch große Marotte: Er konnte nichts liegen lassen, was er so am Straßenrand fand. Er hatte immer ein Fahrrad dabei, das er die meiste Zeit schob. Er brachte seine Schätze, so nannte er sie liebevoll, nach Hause und fand immer noch einen Platz, wo er sie hinstellen konnte.

Mit der Zeit hatte sich eine Menge angesammelt, und seine Freunde fanden, er solle damit aufhören. Doch er sagte, das könne er nicht. Er erklärte, dass er ein Kriegskind sei und nie viel hatte. Es gab so viele Wünsche, die er sich erfüllen wollte, wenn er selber mal viel Geld verdienen würde. Aber so richtig gelang ihm das nicht im Leben. So hatte er angefangen Dinge mitzunehmen, die er – wie er meinte – noch gebrauchen konnte. Mit der Zeit wurden es immer mehr. Seine Freunde machten sich Sorgen, denn sie wußten nicht, wie sie ihm helfen sollten. Na ja, so nannten sie ihn Professor Unrat. Sie konnten ihm bis heute nicht helfen. So lebte er noch ein paar Jahre vor sich hin, und als er starb, wurden er und seine Schätze begraben. Er kam in ein Grab und seine Schätze auf den Müll. Aber er starb friedlich zwischen seinen Schätzen, denn er fühlte sich reich und das ließ ihn glücklich sterben.

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Eingeordnet unter Aufgewärmt, Sterneköche

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