Frühlings Erwachen nicht von Frank Wedekind (1891)

„Titel toter großer Dichter“, so heißt eine Rubrik der Story Teller. Wir holen uns Titel berühmter Weltliteratur und versuchen, nur anhand des Titels eine Geschichte zu erzählen. Was besonders interessant ist, wenn man den Inhalt des Werkes nicht kennt. Leider kenne ich Wedekinds Frühlings Erwachen noch so halbwegs. Vor circa 28 Jahren musste ich im Deutschunterricht ein Referat darüber halten. Ich hatte dieses Werk gewählt, weil es das dünnste der angebotenen Literatur war. Wie ich das Referat zustande gebracht habe, weiß ich nicht mehr. Denn ich hatte wichtigeres zu tun als das Buch zu lesen. Pubertät
zum Beispiel. Jahre später als junger Erwachsener habe ich erfahren, dass Frühlings Erwachen von der Entdeckung der Sexualität während der Pubertät am Anfang des 20-igsten Jahrhunderts handeln soll, und dass diese deutsche „Schulliteratur“ immer mal wieder auf dem Index gelandet ist. Angeblich war der Text mal zu pornografisch, mal zu freiheitsliebend-aufrührerisch. So habe ich dann später noch einmal das alte Reclam-Heft rausgekramt und gelesen. Da ich mich jetzt nicht mehr an irgendwelche Szenen aus dem Heft erinnern kann, gehe ich davon aus, dass diese Zensur ein bisschen übertrieben war; jedenfalls für einen Menschen der 1990-iger Jahre.
Wenn ich nur den Titel „Frühlings Erwachen“ höre, erdenke ich eine ganz andere Geschichte. Eine Fabel: Der Maulwurf erwacht aus seinem Winterschlaf. Kaum ist er fit, erwacht auch die Pflicht. Der Frühjahrsputz steht an. Nach den ersten Handgriffen gefällt ihm die Idee des Putzen nicht mehr. Er macht sich auf den Weg, um alte Freunde zu besuchen … Ups, diese Geschichte gibt es tatsächlich schon. „Der Wind in den Weiden“ – ein altes englisches Kinderbuch geschrieben von einem Vater für seinen Sohn.
Also noch ein anderer Ansatz: Wenn ich den Titel „Frühlings Erwachen“ höre, denke ich an meine süße Katze Mimmie. Sie weckt mich gerne morgens zwischen 4 und 5 Uhr, um mit mir zu spielen. Danach gerne nochmal zwischen 6 und 7 Uhr, um neues Futter zu bekommen. Aber diese Geschichten gibt es ja auch schon – als Fortsetzungsroman auf unserem Story Teller Blog im Internet … Schaut sie euch dort an, so spare ich mir weitere Arbeit. Wie damals beim Referat zu „Frühlings Erwachen“.

Am Sonntag, d. 3. Juni um 16 Uhr lesen die Story Teller auf der Literatur Altonale, in der Großen Bergstraße 213 (Buchhandlung).

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