Advent Kaffeetrinken bei Oma

– Einen schönen dritten Advent, mein Schatz.
– Ich bin nicht dein Schatz, erwidert Leon seiner Mutter trotzig, als er am Sonntagmorgen schlechtgelaunt zum Frühstück in die Küche kam.
– Aber Leon, was bist du denn so geladen? Wir gehen doch heute zu deiner Oma für ein schönes Advents-Kaffeetrinken. Freust du dich denn gar nicht?
– Das hab ich wohl mit Absicht wieder vergessen, dachte sich Leon. Oh man, wie er diese blöden Kaffeetrinken bei Oma hasste! Jeden Sonntag mit der ganzen Famile bei Oma sitzen, Gesprächsthemen waren sowieso immer die gleichen: seine süße kleine Nichte, die gerade ein Jahr alt war und die Überlegung, was es denn dieses Weihnachten zu essen geben würde. Das war echt nicht auszuhalten. Nein, heute würde er sich das nicht antun.
– Mama, ich kann heute nicht mit zu Oma. Ich muss noch für eine Gans wichtige Mathearbeit üben.
– Das ist ja schade. Aber die Schule geht natürlich vor, antwortet seine Mutter sofort.
– Wie gut dass ihr meine Noten so wichtig sind, dachte sich Leon im Stillen.
Am Nachmittag, als er endlich sturmfrei hatte, rief er sofort einen Freund an, um ihn einzuladen. Zehn Minuten später war Frederick auch schon bei ihm. Ohne lange zu reden fingen sie schnell an X-Box zu spielen. Während sie sich schon gegenseitig abschossen, zog Frederick sich die Jacke aus und schmiss sie neben sich. Leider sah er in seiner Konzentration auf das Spiel nicht, dass neben ihm der Adventskranz mit drei angezündeten Kerzen stand. Die Jacke fiel auf eine Kerze und brach in Flammen aus. Die Jungs sprangen schreiend auf. Wie gut dass sie gerade in der Schule gelernt hatten wie am schnellsten ein Feuer zu löschen war. Sie schmissen also drei Decken auf das Feuer und hatten Glück: Das Feuer erlosch schnell. Außer den ziemlich angekokelten Decken war nichts passiert. Gerade als sie überlegten, was sie nun tun sollten, kamen auch schon Leons Eltern herein.
– Oh Gott, was ist denn hier passiert?, rief die Mutter. Wieso riecht es hier so nach Verbranntem?
Schnell erzählt Leon seiner Mutter was passiert war.
Doch anstatt zu fragen, ob sich die beiden verletzt hatten, machte sie die Fenster auf, um den Rauch-Geruch zu beseitigen, drehte sich zu ihrem Sohn und sagte: Diese drei Decken wirst du mir ersetzen, die hatte ich gerade für teures Geld gekauft!
Wäre er doch bloß mit zu Omas Adventskaffee gegangen.

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