Frühlingsvogel

Ich hatte früher einen Vogel. Einer hieß Charly und der andere Sir Winston. Die waren beide im Käfig in Alsterdorf. Das war gar nicht so einfach. Einer ist einmal in die Gardine geflogen. Und was man dann immer so macht mit Vögeln: Man lässt sie fliegen und plötzlich sind sie nicht mehr da.

Einer der Vögel fiel von der Stange. Ich weiß nicht, wie das passieren konnte. Der andere schlief ein und danach habe ich erst gemerkt, dass er nicht mehr lebte. Einen toten Vogel habe ich gefunden, leblos.

Die Vögel leben nicht mehr und ich stelle mir die Frage: Warum?
Ich hab das Gefühl, die Vögel, die in meinem Herzen sind, und die Stimmen sind noch da.
Wenn ich jetzt in die Frühlingssonne gucke, dann sehe ich eine andere Frühlingswelt in mir. Die Vögel sind nicht mehr da, aber ich höre ihre Stimme noch, ihr Zwitschern.
Das hört man auch auf CDs. Wenn man’s erkennen kann. Da hört man dann so’n bisschen die Vögel, die man auch draußen sieht. Das ist total schön und auch anders. Man hört auch dieses Klopfen des Spechtes.
Warum geht man in diese Frühlingswelt? Weil die einfach nett ist. Sag ich jetzt mal so ganz salopp.

Man lebt damit. Man lebt mit den Vögeln in einem drin. Man hört eine ganz andere Stimme des Frühlings.

Jeder beschließt das für sich.
Man kann sagen, ich will, dass die Vögel bleiben und nicht sterben; dass sie im Herzen immer bleiben und mit ihnen ihre Stimmen.
Und warum gibt es eigentlich Vögel, die nicht lange leben?

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Eingeordnet unter Jahreszeitensuppe, Sterneköche

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