Erste Hilfe Morgenmuffel

Wachst du morgens nicht auf? Willst nicht aufstehen? Weil vorm Bett nur Probleme krähen?
Lektion 1: Dann musst du dich fragen: Was soll das? Du musst ja doch raus./ Aus den Federn, aus dem Haus!/ Du musst zur Arbeit. Es hilft nichts. Wenn du nicht rechtzeitig auf der Matte stehst, ist der Kaffee aus./ Das war Klaus./ Und sowieso: Ohne Arbeit kommt das Geld nicht voran; es verdient sich nicht von allein./ Man muss dazu pünktlich sein./ Man braucht Motivation dazu/ und hat dann abends seine Ruh/. Kommt nach Haus/ und ruht sich aus/.

Also, wenn ich aufstehe, brauche ich immer gaaanz viel Zeit 1) bis ich wach bin 2) bis ich auf der Bettkante sitze 3) bis ich Pi mal Daumen aufstehe. Dann mache ich mich fertig, gehe in die Dusche, mache mich fertiger, gehe zum Frühstück, esse was ich gerne esse. Ich muss morgens Ruhe haben.

Lektion 2: Du kannst nicht liegen bleiben. Nein, auch nicht, wenn es regnet. Der innere Schweinehund bekommt eine Regenjacke. Wat mutt, dat mutt. Ohne Regen kein Regenbogen.
Stell dir mal folgende Situation vor: Du bist eine Person im Bett und schreist: „Mensch, ich hab keinen Bock.“ Und schreist: „Warum krakeelst du rum? Das bringt doch nichts. Nein, meckern nützt nichts. Nimm das, du innerer Morgenmuffel! Bäm!“ Und schreist: „Ich muss zur Arbeit. Weil ich Schriftstellerin bin! Da kann man nicht nur faul sein.“
Lektion 3: Motivationsrede an den inneren Morgenmuffel: „Du gehst jetzt mit gutem Mut zur Arbeit. Du kannst abends faul sein. Aber bis dahin machst du etwas Sinnvolles. Du gehst ins Studio und machst Musik oder probst für die Lesung oder denkst dir Geschichten aus oder schreibst zum Beispiel einen Text zum Thema Morgenmuffel. Erstmal gibt es eh Kaffeetrinken und Ankommen und Checken, was der Tag bringt. Man muss nicht gleich halligalli sein. Rumzicken muss man auch nicht.“ Der Morgenmuffel soll die Schnauze halten.

Wie der Morgenmuffel aussieht: Er hat ganz kleine müde Augen. Meiner ist grimmig. Deinen wollen wir auch grimmig nennen. Grimmig 1 und Grimmig 2. Meiner ist also grimmig und zickig und faucht rum. Er sitzt unterm Bett, und wenn der Wecker klingelt, nörgelt er:
– „Ich steh nicht auf; ich hab keine Lust! Ich geh nicht zur Arbeit. Ich steig nicht in den Bus. Nein, nein, nein!“
Ich werfe einen Blick unters Bett und schreie ihn an: „Halt die Schnauze. Schluss jetzt.“
– „Nein, ich geh nicht.“
– „Doch, doch, doch!“
– „Nein!“
– „Wenn ich wiederkomme, reden wir Tacheles, Grimmi.“
– „Dann bin ich nicht mehr da.“

– Nein, ich würde eher nicht unters Bett kriechen, um mich mit ihm zu prügeln. Er könnte zurückschlagen und dann komme ich erst recht nicht los.

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