Sind Sie behindert?

Ja, weil man so geboren wird. Von der Geburt an wird man behindert. Guck dir andere Leute an. Es ist ein Unterschied, ob man behindert wird oder behindert ist. Es ist ein Unterschied, was man erreicht. Ich lebe damit, und ich habe Angst in mir drinnen. Es gibt kein Wenn und kein Aber. Ich bin keine Geschichtskonzentration. Ich bin aber ein Mensch, der sich äußert. Ich tue es nicht für mich selber, ich tue es, um zu unterstützen. Wenn ich nichts mache, dann komme ich nicht weiter. Im Großen und Ganzen ist das Ziel nicht erreichbar. Ich bin zwar so wie ich bin. Aber ich bin auch anders. Ich habe natürlich meine Grenzen. Aber die hat jeder. Jeder Mensch lebt auch in Behinderung. Es ist nicht gleichgültig.

Manchmal ist meine ganze Wut eine ganz schwierige Situation. Aber ich bin auch eine kämpferische Frau. Das ist wichtig. Jeder Mensch muss für seine Behinderung stark sein. Muss mutig sein. Wenn ein Teil der Menschheit nicht behindert ist, dann kann man nicht leben. Das ist ganz natürlich.

Das ist mein Standard. Ich habe etwas beizutragen. Ich weiß, dass ich so bin, aber ich bin trotzdem so wie ich bin. Ich brauche noch eine Konzentration: Entweder du machst es oder du machst es nicht. Stell dir jetzt mal vor, ich würde auswandern. Jeder Schritt, den man macht, ist anders. Es kann Tag sein oder Nacht. Wenn ich meinen Kopf zur Seite lege, habe ich eine Schaukelfunktion. Das ist eine Funktion, die man sich nicht erhoffen kann. Ich kenne einen, der hat wirklich so eine Schaukelfunktion. Der heißt Rainer. Rainer hat sich total verliebt in Steffi und war traurig, wenn sie weggegangen ist. Er hat nur seine Schaukelfunktion und sonst gar nix. Jeder hat halt so seine Funktion.

Man könnte auch in der Akte nachgucken, was da über meine Behinderung steht. Ich bin so wie ich bin. Das kann man und braucht man nicht heilen. Das interessiert nicht. Jeder bestimmt auf seine Art und Weise, was er für richtig hält. Mehr kann und will ich nicht bestätigen.

Ich frage mich jetzt ernsthaft, warum schreibt man über Behinderung und nicht einfach über sich? Ich tue es einfach, weil ich darüber nachdenke. Andererseits bin ich damit verglichen. Mehr kann ich nicht sagen. Weil ich genau weiß, in dem Sinne ist das nicht. Es kann jederzeit passieren.

Es kann auch passieren, dass mir was passiert und ich nicht mehr da bin. Bei vielen Menschen ist das anders. Und das ist eben auch etwas, was sehr viel Emotion erzeugt. Ja, warum ist man denn behindert? Ist man behindert, weil man krank ist? Weil man eine andere Logik oder Logistik hat? Oder ist man vielleicht talentiert über die Behinderung? Mehr kann ich nicht schreiben. Ich habe einfach so meine Grenzen und meine Zeiten. Damit muss ich mich abfinden. Ich muss mich reinfinden, was ich bin und was ich kann. Ich bin so wie ich bin. Dann ist das so. Ich bin oft wütend auf meine Behinderung, obwohl ich keinen Grund habe. Ich bin dann wütend, weil es sie gibt. Die Behinderung formuliert auf eine bestimmte Art so wie es ist. Jeder hat eine andere Funktion. Ich baue eine andere Struktur. Der eine macht das so und der andere macht das anders.

Es gibt zum Beispiel einen oder keinen Grund ein Buch zu schreiben. Über behinderte Menschen schreibt man nicht. Man darf nicht über Behinderung schreiben. Ich bin nun mal so geboren, wie ich geboren bin. Ich bin damit auf die Welt gekommen und damit kann ich leben. Aber wenn ein anderer Mensch mich beleidigen würde oder beschimpfen, dann würde ich Hilfe holen. Zu diesem Thema sind so viele Sachen, die mich einbeziehen. Ich mache da vielleicht ein Lexikon. Es wurde mir gesagt, dass ich früher abgeschoben wurde. Aber das bin ich nicht. Ich bin ein lebendes Wesen. Obwohl ich damit umgehen kann, aber manchmal kann ich nicht. Also, das reicht jetzt vollkommen zum Thema.

Es ist ja auch immer so eine Frage, wie der Mensch sein Leben leben kann. Man kann ja auch sagen: Ich grenze dich ein und ich grenze dich nicht aus.

Wenn ein Mensch auf der Straße kommt und fragt: Sagen Sie mal, sind Sie behindert? … Was machen wir denn damit? Wir können das vielleicht nicht formulieren. Wir müssen uns selber fragen: Sind wir so? Ich rede von mir. Ich frage, was wollen Sie überhaupt? Ich bin ein normales Kind, ich bin als Kind geboren. Ich lebe damit und ich kämpfe dafür. Ich bin eine kämpferische Frau. Es besteht die Gefahr, dass man behindert wird und nicht dass man behindert ist. Birgit ist Birgit und Steffi ist Steffi. Das ist ein Unterschied und kein Unterschied. Irgendwas verbrochen habe ich nicht.

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