Alle Jahre wieder

O du fröhliche … Scheinheiligkeit der Lichterketten erleuchte die dunkle Jahreszeit in den Innenstädten. Scheine wechseln über den Tresen zu Glühwein und Glitzerpapier. Gold in den Schaufenstern. Dreckig und versifft der Mann davor, halberfroren. Kling, Glöckchen, klingelingeling … Froh und hilfsbereit habt Ihr alle zu sein, weil der ans Kreuz Genagelte geboren zu dieser Zeit. Wer das in Frage stellt, gilt als intolerant. Jeder hat mitzumachen bei dem Spiel, drängelnd durch die Einkaufsstraßen. Stress, Stress! Wo bleibt die Gans? Früher war mehr Lametta und jetzt nicht mal Schnee. Ihr Kinderlein kommet, o kommet doch all’ … Da vorn sitzt der Bademantelmann. Ein Foto von ihm mit Dir im Schoß macht die Oma stolz. Aber frag bloß nicht, was all das soll. Der Sinn ist schon längst entleert. Soviel Licht da draußen und trotzdem kalt die Welt.

Ich gehe jetzt nach Hause, lass die Scheine auf dem Konto. Ich ziehe die Gardinen zu, zünde eine Kerze an, setzte mich in den Sessel. Meine Katze spring auf meinen Schoß, wir wärmen uns gegenseitig. Sie schnurrt. Das ist ein Fest der Liebe und Slayer läuft im Hintergrund.

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Eingeordnet unter Jahreszeitensuppe, Sterneköche

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