Rüdiger Falken

Rüdiger Falken ist groß. Er sieht groß und schmächtig aus. Und ist sehr groß. Hat dunkelblonde Haare. Er ist 19 und ist Wohngruppenleitung, beruflich gesehen. Er hat Kleidung mit hellem Pullover, heller Hose und Klettbandschuhen. Und er orientiert sich an der Straße. Hat einen sogenannten Rollator mit Bremsen. Er ist in einer Einrichtung in einem Wohnort, wo viele Menschen auch sind. Rudi ist begabt. Er macht Sprachcomputer. Für Menschen mit und ohne geschweige denn Behinderungen. Er befasst sich mit Menschen. Wie ein Diensthabender. Und er macht ehrenamtliche Betreuung. Für Menschen. Er baut Welten auf für Menschen mit und ohne. Er spricht Menschen an und baut sie ein. Arm wie eine Kirchenmaus ist er nicht. Rudi genießt seinen Feierabend. Und geht gern weg. Und kommt glücklich an bei anderen. Er geht lieber vor als nach.
Rudi wohnt in Eidelstedt, und Rudi zieht durch die Straßen und geht vielleicht in eine Bierkneipe und trinkt literweise Bier. Und holt immer mehr Flaschen, die voll sind. Bis Rudi nachher so besoffen ist, dass er nicht mehr nach Hause findet. Und er wird mitten auf der Straße erwischt. Geschweige denn von irgendwelchen Passanten oder Polizisten. Und die Polizei steht vor der Tür. Und er sagt: Ich habe nicht getrunken. Er lügt sich selber an. Und die Polizei fragt ihn aus. Zum Verhör zum Beispiel. Die nimmt ihn mit. Er geht auf die Dienstwache. Wird angepustet. Und plötzlich begegnet ihm ein anderer. Und sagt: Ich möchte, dass du in die Zelle gehst. Und Rudi geht rein. Macht die Zelle auf, guckt sich die Zelle an, sieht ein leeres Bett, legt sich rauf und denkt sich: Was mach ich in der Zelle? Und Rudi sagt: Ich war es nicht. Und die Polizisten sagen: Du warst es.
Und jeder, der in die Kneipe geht, muss einen Test ablegen. Einen Alkoholtest. Der Alkoholtest ist pflichtig. Denn wenn die Menschen Alkohol trinken, müssen sie bewacht werden. Das wäre der erste Schritt. Der zweite Schritt: Man sollte zwar Fisch essen, aber nur Hering. Also wenn es die Möglichkeit hergibt. Ansonsten muss man sich sagen: Stop! Du trinkst nicht mehr!
Was wir jetzt versuchen sollten, ist, Rudi zu sagen, dass er nicht so viel machen soll. Und er soll sich vor allem erstmal nicht so viel Gedanken machen. Mann soll sich nicht immer sagen: Ich will, ich will, sondern: Ich kann ja mal. Oder du kannst mich mal. Ab und zu.

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