Tom the Bee

May I introduce myself? Darf ich mich vorstellen? My name is Tom. Ich heiße Tom. Ich bin ein Wespen-Männchen. Mein Leben ist eigentlich ganz geil. Ich fliege in der Welt herum und bin ständig auf Futtersuche. Bringe Futter zu meiner Königin und helfe beim Nestbau. Eigentlich ist ein Tag wie der andere. Nur heute bin ich aufgewacht und hatte so ein komisches Gefühl im Bauch, ich konnte dieses Gefühl nicht zuordnen, doch ich sollte noch im Laufe des Tages dahinterkommen … Also, ich ging wie gewohnt nach der Morgentoilette die vielen Gänge des Baus nach oben zum Eingang, wo mein bester Freund und Kollege schon auf mich wartete. Ich erzählte ihm von meinem Bauchgefühl, doch er meinte, ich solle das nicht zu ernst nehmen. Würde schon nichts passieren. Ich sagte zu meinem Freund, dass die alten Futterquellen langweilig seien; ich wolle mal ein Stück weiter rausfliegen, meine Königin solle heute besonderen Nektar bekommen. Ich hatte auch schon eine Idee: Da ich wusste, dass es reichlich Nektar bei den Menschen gab, der auch noch außerordentlich gut schmeckte, flog ich mit meinem Kollegen ins Dorf, wo die Menschen wohnten. Ich wusste, dass dort Gefahren auf uns lauerten, aber wir wollten es beide versuchen. So flogen wir los: über Rapsfelder, an Obstplantagen vorbei, durch den Wald bis zum Dorfrand. Alles roch so gut: der Raps mit seiner gelben Farbe, das Apfelobst, das rot schimmerte und mir fast die Sinne raubte bis hin zum Wald. Eine Komposition aus Farben und Gerüchen: einfach toll. Doch der Geruch, den ich suchte, war nicht dabei. Also flog ich mit meinem Kumpel in den Dorfkern. Wo die Gerüche nur so explodierten. Es vernebelte mir fast die Sinne. Dann aber als ich Richtung eines Hauses kam stieg ein ganz bestimmter Geruch in meine Nase. Ich flog ferngesteuert Richtung des Hauses … und fand einen schmalen Spalt, der mich in das Innere führte.

Ich war so glückselig von dem herrlichen Geruch, dass ich mich gleich auf die Speise stürzte und wie wild anfing an dem Süßen zu naschen. Ich war wie von Sinnen und wollte so viel sammeln, dass ich gar nicht merkte, dass meine Füße von der klebrigen Masse ganz schwer wurden. Ich schleppte mich bis an den Rand der Schale und fiel kopfüber auf den Tisch. Ich hörte nur noch das Schreien von einem Menschenkind, das wie wild mit einer Zeitung nach mir schlug. Ich dachte schon, jetzt sei alles zu Ende. Doch auf einmal stülpte man mir eine Glasröhre über den Kopf. Ich hatte das Gefühl, dass ich jetzt ersticken würde. Aber das Seltsame war: Es waren Wände, die man nicht sehen konnte, aber ich konnte auch nicht flüchten. Ich wurde mit dem Glas auf ein Brett gesetzt, das Glas wurde angehoben und ich konnte wieder fliegen. Nachdem ich in Sicherheit war, putzte ich mir die Füße und suchte nach meinem Freund. Der saß auf einer Sonnenblume und ließ sich vom Winde schaukeln.

Er hatte von allem nichts mitbekommen und fragte nur: Hast du gefunden, was du gesucht hast? Ja, sagte ich, aber so schnell werde ich nicht noch mal dahin fliegen. Auf dem Rückflug erzählte ich ihm, was vorgefallen war. Er war genau so froh wie ich, dass ich noch mal mit dem Schrecken davon gekommen war. Es hätte mich das Leben kosten können. Nun wusste ich auch, warum ich vorher schon den ganzen Tag so ein schlechtes Gefühl hatte. Aber es hatte sich gelohnt, denn meine Königin war mit dem außerordentlichen Nektar sehr zufrieden.

Ja, ja, das Leben einer Wespe kann ganz schön abenteuerlich sein.

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