Flucht

Ich flüchte mein Leben lang schon vor Ängsten. Meine Großmutter flüchtete vor Tatsachen. Ich habe gehört, dass solche tiefgehenden Ängste/Traumata vererbt werden. Wenn nicht dies, so ist es die Erziehung.
Über die Flucht meiner Großmutter weiß ich nicht viel. Erst kurz bevor sie verstummte, erzählte sie davon. Zu fragen habe ich mich nie gewagt. Ebenso mochte ich eine Freundin nie fragen. Sie floh von Sierra Leone nach Deutschland. Ihr Kriegstrauma ging tief. Bevor unsere Beziehung tiefer ging, flüchtete sie nach Frankreich, zu ihrem Freund, mit dem sie von Afrika nach Europa floh.

Flüchtlinge, in Europa offiziell überall willkommen, werden hier weiterhin vertrieben. Behörden und Gesetze lassen einen nicht zur Ruhe kommen. Viele Ankerpunkte sind verboten. Keine Arbeitserlaubnis, eingeschränkte Bewegungsfreiheit, Notunterkünfte, Kommunikationsschwierigkeiten.

Flüchtlinge sind Menschen wie du und ich, sie leben hier. Inklusion, nicht Abschiebung, ist die beste Hilfe für den einzelnen Menschen und die gesamte Gesellschaft. Wer voll integriert ist, kann mit seinen Stärken andere unterstützen. Jeder deutsche Ostvertriebene kann ein Lied singen von der schwierigen Integration in unsere Gesellschaft und weiß: Durch Anerkennung geht alles.

Das Zeitalter der Nationalstaaten ist in Europa vorbei. Jeder hat das Recht an seinem Wohnort nicht nur da zu sein, NEIN! Jeder Mensch hat das Recht da zu leben, wo er gerade ist! Leben heißt, so zu sein, wie man ist; anerkannt von allen, die um einen sind.

Liebe Deinen Nächsten (Lev 19,18)

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