Melanie Lux feat. Rainer Rilke: Herbstgedicht

Ich vermisse den wunderschönen warmen Sommer. Nun liegt ein Schatten auf den Sonnenuhren, denn es ist schon wieder Herbst
und die Uhren werden bald umgestellt.
Ob es mir nun gefällt
oder nicht: Draußen pfeift und heult der Wind
und ich hör im Treppenhaus das Geschrei von einem Kind.
Die Tage sind jetzt kalt und grau.
Hier oben im Norden ist das Klima sowieso schon rau.
(Wenn ich im Wald spazieren gehe, dann jagt der Wind die Blätter vor mir her. Wenn es draußen kalt und ungemütlich wird, trinke ich drinnen gemütlich meinen Tee und genieße zum Mittagessen den süßen Geschmack der Esskastanien. Danach mache ich mich schick für die Geburtstagsparty meiner besten Freundin und probiere den neuen Nagellack aus.)
Die Bauleute auf den Baustellen sagen sich, es ist zu kalt und es lohnt sich einfach nicht mehr weiter zu bauen.
„Der Winter und der Schnee wird uns das doch sowieso wieder versauen.“
Viele Leute hocken drinnen in der Bude und bis zum Frühling wird es erst mal so bleiben,
denn der Winter, der ist kalt und lang.
Aber dafür können wir wieder lange E-Mails schreiben.
Jetzt werden auch wieder Bücher herausgeholt und die spannensten Geschichten gelesen.
Während draußen der Sturm heult und die Bäume sich unruhig hin und her bewegen,
sitze ich gemütlich in der Stube und sag mir nur „Na und?“
und schaue mir meinen neuen Film an über einen Hund.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Aufgewärmt, Jahreszeitensuppe, Sterneköche

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.