Im Westen Nichts Neues

Wie immer im Westen nichts Neues. Hier ist alles festgefahren. Seit mehreren Jahrzehnten sind die gleichen an der Macht. Es gibt nur noch Streit um ein paar Quadratmeter hin und zurück. Es ist so öde und langweilig hier. Keine Bewegung und alles bekannt.
Der Rhein fließt gerade und schnell. Der Ruhrpott ist durchlöchert und verrußt. Die Natur ist tot. D’rum wende ich meinen Kopf in Richtung Osten. Polen entsteht wieder. Ein neuer Vielvölkerstaat? Jedenfalls die Chance für eine neue Kultur bestehend aus polnischen, deutschen, österreichischen, slowakischen, ungarischen, christlichen und jüdischen Elementen. Nicht zu vergessen all die kleinen slawischen Volksgemeinschaften in der Region. Die stilvolle tanzbare Geigen- und Dudelsackmusik, die jiddische Sprache sowie die Welt-Kunstsprache Esperanto sind die schönsten Zeichen vom Verlust der Grenzen in den Köpfen der Menschen. All das nach dem Verlust der Menschlichkeit im Weltkrieg.
Seit Jahrhunderten schauen alle nur nach Westen oder Süden, wenn es um Zivilisation und kulturelle Errungenschaften geht. Doch im Osten da baut sich etwas auf: Sehr viele Filme werden gedreht, sozialkritischer als in diesem
Hollywood. Auf dem Lande ist die Demokratie wie ein Blitz eingeschlagen, von der mittelalterlichen Leibeigenschaft direkt zur neuen Ordnung. In den Städten sind die Arbeiter dabei für ihre Rechte zu kämpfen. Hier möchte ich mitmachen.
Ich ziehe gen Osten, für ein schöneres, besseres, wohlhabenderes Leben.

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