Warten auf Godot

Ich warte, warte und warte. Wann und wo, oh Godot? Der Treffpunkt war doch hier und heute im Café „Meiner Träume“. Auch die Uhrzeit stand fest. Viertel vor zwölf war angedacht. Zwanzig vor war ich da. Ich warte die Welt ab. Das Ticken der Wanduhr nervt mich schon eine Ewigkeit. Ich warte im Sekundentakt. Godot ist so altmodisch, kein Festnetz-, kein Mobiltelefon. Ich warte seine Zeit ab. Ich hatte doch vor kurzem mit ihm gesprochen. Wo? In dieser Welt sind wir uns schon häufig begegnet. Ich warte mein Leben ab. Und schau nochmal in die Runde — keiner da. Nur ein verlassener Regenschirm wartet auf seinen neuen Besitzer. Wo bleibt mein Beisitzer? Oh Godot, die Zeit schwindet, mein Interesse auch. Weswegen war unser Treffen nochmal angedacht? Welteroberungspläne? Verschwörungstheorien, ausgeheckt von einem französischen Schriftsteller? Es ist fünf vor zwölf. Ich warte nicht mehr. Ich geh …

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