New York

Eine Stadt, wo von 0 Uhr des ersten Tags bis 0 Uhr des nächsten Tages was los ist. Eine Stadt, die nie schläft, wo von morgens bis nachts Party ist. Und eine Stadt, wo das Essen unterschiedlicher jeden Tag kaum sein kann, meint Tim Borstelmann.

Eine große Stadt, hat eine hohe Einwohnerzahl, eine sehr reiche Stadt, und man fliegt mindestens 20 Stunden. Der erste Flug geht nach London…

Birgit Hohnen zu NEW YORK:
Oh, New York kenn ich doch, da wohnt doch „Kevin allein zu Haus“. Ja, da gibt’s doch eine Episode von oder einen Film, der läuft doch aus New York weg, und die Eltern wollen verreisen und die Eltern sagen: „Du darfst nicht alleine sein!“ Und dann macht Kevin das ganze Haus durcheinander.

Die Stadt New York stell ich mir groß vor, also die ist richtig groß, und das sind andere Häuser und andere Straßen und andere Schilder, ja, die Straßen sind anders befahrbar, da gibt’s keine Verkehrsordnung so wie in Hamburg.

Moment mal, Moment, man kommt da mit dem Flugzeug hin, da muss man – jetzt muss ich ganz kurz überlegen – man muss Stunden vorher losfliegen. Man sollte vorher packen und nicht so aufgeregt sein, nämlich das ist nicht so gut für den Kreislauf, und man sollte vorher was kauen, damit man den Druck auf den Ohren nicht hat. Und dann sollte man versuchen ein bisschen zu schlafen und sich nicht unter Druck setzen. Und dann kommt man an, und nachdem man angekommen ist, muss man erstmal einchecken im Hotel, und man sollte sich anmelden bei der Rezeption, damit die Leute wissen, wer da überhaupt kommt.

New York: Da kann man wahrscheinlich Hamburger essen, und sich dann einfach mal die Stadt angucken und einfach mal die Seele baumeln lassen und nicht so denken: Hä? Dass man nicht an die Arbeit denken muss, dass man aus dem Alltag rauskommt, dass man einfach sagt: Mensch, ich bin jetzt im Urlaub und genieß das mal; dass man mal ein bisschen runterkommt.

Die Stadt sieht groß aus, und du erlebst völlig andere Sachen, ja, du erlebst ein anderes Umfeld. Du bist ein anderer Mensch, du bist Daniela und machst da irgendwie nicht so’n Stress und fühlst dich einfach frei, wie so’n freier Mensch, und wenn du andre Leute triffst, sagst du: „Hey, lass uns mal einfach weggehen.“ Das ist meine Fantasie.

Ich muss doch zu mir finden.

Die Menschen sind eigentlich gleich; die Farben sehen auch bunt aus.

Aber die Stadt ist anders, die sieht anders aus, ja, die sieht nicht so aus wie Hamburg. New York ist einfach nur New York und nichts anderes, da gibt es keinen Zusammenhang, und die Stadt ist einfach so wie sie ist und bleibt so.

Du guckst dir die Geschäfte an und gehst durch die Stadt und gehst da viel spazieren und gehst da Kaffeetrinken und Kuchenessen oder Eisessen oder du gehst einfach mal zum Tanzen oder du gehst mit deiner Freundin in die Kneipe, wenn es eine Möglichkeit gibt. Oder ihr macht zusammen ein Kartenspiel. Oder man könnte schwimmen gehen; ich denke schon, dass da Wasser ist, denn ohne Wasser kann man nicht schwimmen.

Am bekanntesten ist wahrscheinlich die Stadt, weil in der Stadt erlebt man ’ne ganz andere Situation, da ist die Situation anders: Was da am bekanntesten ist, ist Mittagsschlaf, also man sollte sich ab und an mal ausruhen, Siesta, da ist so. Aber da erlebt man eine ganz andere Siesta.

Maik Winter fällt zur Stadt der Städte ein:
Eine Stadt ist eine Stadt, und da gibt es Politiker, Gangster, Banden, Krankenhäuser. Man muss sich unterordnen. Je nachdem was du willst. Es gibt eine Menge Gangster, und die bekriegen sich, bis du dich unterwirfst. Drogen und Alkohol gibt es, Huren, die Unterzahl sind die kleinen Bürger und die Arbeiter, das ist so.
Aber die Stadt ist ok. Solange du dich unterwirfst.

Jan Thibout: NY ist eine helle Stadt. Überall sind Lichter, und die Farben wechseln mit den Bildern auf den Werbetafeln. Die Menschen werden täglich neu erfunden. Sie lernen sich also ständig kennen. Denn jede Farbe gibt ihnen ein neues Gesicht. Nichts in dieser Stadt bleibt stehen, alles bewegt sich. Die Menschen werden quasi durch die Bilder bewegt. Und hinter ihren Bildern stecken Geschichten, die durch ihre Erlebnisse beschrieben werden. Doch es bleibt fast nichts hängen. Man sagt, es bleibt nur etwas hängen, wenn man die Stadt binnen 49 Stunden wieder verlässt. Das heißt alle Geschichten, Berichte und Ereignisse, die sich in dieser Stadt abgespielt haben, werden von Touristen beschrieben. Die Stadt selber bleibt eine Illusion, und die Bürger dieser Stadt haben keine Außenwahrnehmung und keinen Filter. Sie vergessen das Geschehene und verändern sich ohne es zu wissen. Hingegen den Touristen, die jene Ausschnitte zeigen, die es in den Geschichten gegeben hat. Diese Stadt war und ist der Mittelpunkt der Erde, genau dort findet die Transfiguration statt und wird von den Touristen in die Außenwelt getragen. So entstehen Systeme, Gesellschaften und Dynastien, die kommen und gehen. Ohne NY würde also die ganze Welt stehenbleiben. Es gibt Menschen, die sagen, dass Gott dort eine zeitlang gelebt hat, und dass sein Wirken auf die Menschen übergegangen ist, und dass Gott auch dort gestorben ist, wo der Mensch begonnen hat. Zu dem Zeitpunkt sind die Menschen verrückt geworden und geblieben, genau wie der Rest der Welt. Es gibt keine Linie, keine Kontrolle und kein Bewusstsein mehr, nur noch Übertragung von Information. Die ganze Welt ist also eine Projektion von dieser Stadt, in der Gott einst lebte, starb und die Menschheit hinterlassen hat.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Jahreszeitensuppe

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.