Barnerstraße

Wer ist eigentlich dieser Herr Barner? Diese Frage stellen sich Hamburger Bürger immer wieder, wenn sie durch diese Straße laufen.

Herbert Barner, Jahrgang 1900, geboren in Altona, hat mit 16 Jahren in Ottensen eine Künstlerwerkstatt gegründet. Nach längeren Suchen hat er von einem Bauern die Erlaubnis bekommen, eine alte Scheune zu einem Atelier umzubauen. Diese Scheune lag zwischen der Fabrik und dem Kaltenkirchener Bahnhof. Leider war die Scheune sehr zügig. Um sich nicht zu erkälten, hat er zusammen mit seinem Schulfreund Kurt Schwitters diesen Bau von Innen und Außen mit Zeitungen und Illustrierten beklebt. Dies war im März 1916. Der Kurt hat Jahre später diese Aktion unter den Namen Merzbau als seine Solo-Idee bekannt gemacht.

Herbert Barners Idee war von Anfang an, alle Kunstformen miteinander zu verbinden. Materialien holte er sich hauptsächlich aus dem Müll der Fabrik. Da lagen Stahl, Eisen und Tonrest rum. Daraus formte er Skulpturen und Musikinstrumente. Kurt komponierte für diese „Industrial Instruments“ extra die sogenannte Ursonate.

Da die Werkstatt der zwei nicht allzu weit vom Bahnhof entfernt stand, nistete sich schnell allerlei Gesindel bei ihnen ein. Es waren aus der Gesellschaft ausgestoßene Menschen, die die Hohen Herren aus Hamburg und aus Altona in Armenhäuser und andere Anstalten abgeschoben haben. Viele von den armen Seelen sind aus diesen geschlossenen Häuser geflohen und auf dem Weg ins freie Dänemark bei Herbert Barner hängengeblieben.

So entstand ein freies Kollektiv an Menschen vor den Toren Hamburgs, in dem viel gejammt, gemalt und gebastelt wurde. Diese Gruppe existiert noch heute im Haus mit der Nummer 16 in der nach Herbert benannten Barnerstraße.

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