Ein Tag im Leben des Immanuel Kant – Tagebuchauszug

Königsberg, 20. Februar 1740:

Ungefähr zur zweiten Mittagsstunde habe ich am Strand einen wunderschönen Bernstein gefunden. Er misst drei Zoll im Durchmesser. Ein kleines, mir unbekanntes Getier ist darin gefangen. Seit wie vielen Zeitaltern mag das Geschöpf in diesem Harze liegen? Ist diese Leiche überhaupt noch ein Geschöpf? Kann ich das wissen? Ich muss mich korrigieren: Kann ich das in Erfahrung bringen? Immer wieder diese Fragen über die Existenz, sie zermartern mir mein Herz und Verstand. Ich möchte so vieles Wissen. Ich fühle mich so allein gelassen. Die Menschen um mich herum sprechen nur vom Wetter und den aktuellen Brotpreisen.

Ich kenne die Schriften der alten griechischen Philosophen und setzte mich immer wieder an sie heran. Ich hoffe, diese schwierigen Worte irgendwann zu verstehen. Der Mut hat mich noch nicht verlassen, denn ich will wissen. So, weg mit dem Tagebuch und ran an die Texte von Aristoteles.

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