Paradies

An den Weihnachtsmarkt-Buden sammeln sich die Leute. Es ist 16 Uhr, Feierabend, überfüllte Bahnen, nein! Um 17 Uhr wird Stoßzeit sein, Rush-Hour. Die Menschen drängen sich um den Jungfernstieg. Ein Weihnachtsmann geht von Stand zu Stand und schenkt den Kindern Schokolade. Es ist nicht mal richtig kalt, es ist schmuddelig. Mir ist das ganz recht, ich brauche keine weiße Weihnacht. Doch dann kommt dieser Typ mit dem künstlichen Schnee. Eben weil die Leute weiße Weihnacht wollen. Na ja, für die Kinder wär’s ganz schön. Ich gucke zur Uhr. Jetzt ist es 16:30 Uhr. Noch immer nicht genug los, noch immer zu wenig Menschen an den Trinker-Buden mit ihrem Glühwein. Sie müssen für ihre Sünden bezahlen. 2 Euro pro Wein. Kinder auf dem Jahrmarkt-Karussell. Und die Jugend ist auch vertreten. Raucht Zigaretten, trinkt Glühwein To Go. Dann tun mir meine Knie weh, und ich setze mich zu den Hunden, die ich nicht leiden kann. Ich rauche eine Zigarette und gehe an Mc Donalds vorbei. Langsam wird es voller, und ich schaue zur Uhr. Jetzt dränge ich mich unter die Leute, und alles geht und geht, immer weiter im Kreis. Vor mir, hinter mir, rechts, links, und in der Mitte fällt ein Euro auf den Boden. Ein Mann bückt sich, und – im Namen Allas – mein Sprenggürtel detoniert. Dann drehen sich die Uhren rückwärts, und ich bin auf dem Weg ins Paradies.

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