Meine Stadtwelt

Es riecht nach Autos, nach Abgasen, nach Rasen, nach Wohnort, nach Garten, nach Luft.
Es gibt verschiedene Leute, die in verschiedenen Etagen wohnen, im ersten und im zweiten und im hundertsten Stock und im Erdgeschoss unten. Das sind ganz normale Mitbewohner, einige sind Läufer, andere sind Rollstuhlfahrer, die durch die Stadt geschoben werden. Wolfgang und Bernd und Inge, Thorsten, Jürgen.
Ich gehe nicht gern alleine raus. Doch wenn ich mal spazieren gehe, mit Begleitung, sehe ich Geschäfte und Bäume und Wälder und Parks, andere Menschen, die mit ihren Einkaufstüten durch die Gegend laufen. Irgendwie begegne ich mir selber damit. Am Wochenende denke ich mir: Mach Dein Ding. Das ist für mich wichtig. Das mache ich nicht unter der Woche, weil ich da arbeiten muss.
In meinem Stadtviertel stehen große Häuser, die Bushaltestelle heißt Langenfort, der Stadtteil Steilshoop, die Häuser sind rot. Fuhlsbüttler Straße, Steilshooper Allee, Moorbergring, Schafweg, Buchenkamp. Es gibt hier Sachen, die gut sind und Sachen, die schlecht sind.
Es werden so viele Städte aufgebaut, es entstehen Städte. Es gibt Städte und Menschen, die so sind und so. Bauarbeiter, die sagen „Wir bauen das so auf und so.“
Es gibt im Stadtteil auch Ampeln und Verkehrsschilder, große Straßen, die Brücke von Jurijs Stadtteil. Und da ist gegenüber, wenn man links fährt, das Barmbeker Krankenhaus.
Früher war das eine ganz andere Stadt. Jetzt ist alles viel größer und abgründiger.
In meinem Teil der Stadt höre ich Autos, da höre ich U-Bahnen, Krankenwagen Tatütata, viele Sachen, die draußen herum passieren. Und das ist halt so meine Stadtwelt.

(Birgit Hohnen)

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