Die Veddel – sinnlich

Lebendig riecht es bei uns, das fließende Wasser der Elbe. Morgens, nein, nachts der Duft von frischen türkischen Backwaren. Im Herbst der Duft des Laubs, der Wind weht meistens von Westen. So rümpfen wir nur selten die Nase nach Autobahn und der Industrie von der Peute. Bier und Uringeruch vom Bahnhof ist störend, zeigt jedoch die Lebendigkeit des Viertels. Auf der Veddel leben viele Menschen verschiedenster Herkunft. Das Babylon von Hamburg? Vor dem Bahnhof, in den Geschäften, Cafés und auf dem Pausenhof.
Signaltöne sind viele zu hören: Hupen von LKWs, Bremsen von Zügen, die Pausenglocke der Schule, die Kirchturmuhr und bei Hochwasser fast stündlich das Martinshorn der Feuerwehr. Am Wochenende hört man den Test der Sirenen im Hafen und die Freude von unserem Fußballfeld.
Die Veddel, mitten in der Elbe, hat ihr eigenes Klima. Hier ist es im Winter nie sehr lange kalt. Im Sommer, wenn die restliche Stadt schwitzt, kühlt uns die Elbe. Im Herbst weht der Wind stürmisch alle Sorgen weg.
Hell und beruhigend scheint die Abendsonne in meinem Wohnzimmer hinein. Später wird der Hafen durch künstliches Licht blendend erleuchtet. Des nächtens schaukeln die Vibrationen der Güterzüge mich in den Schlaf.

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