DiE TiTANiC

Stolz und strahlend der Gigant –
bereit für die erste Fahrt:
Menschen dreier Klassen,
neues Land,
neuer Start!
Alles so neu, so anders, so modern
und doch steht dieses Glück unterm Unglücksstern.

Der letzte Tag bricht an
mit Gesang
und Gebet
und der unsichtbaren Ahnung, wie bald alles vergeht.
Die Sonne neigt sich nieder, der Himmel färbt rot:
Ein Abschiedskuss des Tages, denn die Nacht bringt den Tod.

Unbeachtet die Warnung, kalte Luft, ruhig die See,
Warnung genug sei, was das bloße Auge seh.
Doch zu spät bemerkt war die Prinzessin aus Eis,
die aus dem Dunkel hervorbricht und Böses verheißt.
Majestetisch und bedrohlich die kalte Gefahr,
doch wovor sich fürchten? Wir sind unsinkbar!

Das Meer dringt ein, durch Rumpf, Wände, Türen,
nun sind Gefahr und Panik deutlich zu spüren.
Jede Leuchtrakete ein stummes Gebet,
zu wenig die Boote, für viele kommt Rettung zu spät.
Ein letzter Funkspruch, das letzte Lied,
Die Lichter gehen aus, das Unvermeidliche geschieht:
Die Titanic sinkt, zu stark des Wassers Kraft,
zurück bleiben nur Tod und Trümmer, treiben durch die tiefschwarze Nacht.

Nach 100 Jahren nicht vergessen jene Nacht,
als die Prinzessin aus Eis den Tod gebracht.
Macht und Übermacht – ein unseliges Paar.
Damals wie heute, die Versuchung der Gefahr.

Tamy

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